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Über ein neues iPhone zum Lehrvertrag

Es ist toll, wenn sich Lehrbetriebe einiges einfallen lassen, um die Jugendlichen für ihre Berufe zu begeistern. Aber es ist kein nachhaltiger Weg, ihnen ein iPhone oder ein Firmenauto zu versprechen.

Es ist unumstritten: Der Trend zum Gymnasium nimmt stetig zu, während das Interesse an der Berufslehre sinkt. Vor allem Berufe auf dem Bau, in der Gastronomie oder im Lebensmittelhandwerk haben es schwer. Sei es aufgrund des Images, der Arbeitszeiten oder wegen der Schwere der Arbeit. Dass es immer weniger Schulabgänger/innen gibt, macht es den Lehrbetrieben sicher auch nicht einfacher. Folglich müssen sich Firmen noch besser vermarkten. Aber wie? Nun, während die einen an Berufsbesichtigungen teilnehmen oder unkonventionelle Schnuppertage organisieren, machen es sich andere Betriebe etwas einfacher: Sie locken mit einem iPhone, Prämien für Fahrstunden oder einem Fitness-Abo. «Noch weiter geht eine Gastronomiekette, die den besten Lehrlingen ein Betriebsauto zur Verfügung stellt», schreibt Margrit Stamm in ihrem Blog «Ein iPhone für einen Lehrvertrag? Der Lehrlingsmangel treibt seltsame Blüten», www.margritstamm.ch.

Das blosse Ausschreiben der Lehrstelle reicht heute nicht mehr aus, um motivierte Lernende zu finden, das steht ausser Frage. Aber mit Geschenken ist es nicht getan. Ein Handy zu bekommen ist für den ersten Moment toll, kann aber vermutlich kaum drei oder vier Jahre lang die Motivation und Begeisterung für den Lehrberuf hochhalten. Stattdessen wird es den Lernenden bei der Arbeit ablenken. Das Fitnessstudio wird der Gleisbauer nach ein paar anstrengenden Wochen kaum mehr besuchen. Welches Geschenk auch gemacht wird, einen nachhaltigen Wert wird es nicht generieren. Zumindest nicht für den Lehrbetrieb. Es gilt vielmehr, die Jugendlichen gezielt in der Schule abzuholen, ihnen die Vorzüge des Lehrberufes und deren Entwicklungs-Chancen aufzuzeigen. So, wie es zum Beispiel das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) mit der Kampagne «Berufsbildungplus.ch» macht: «Lerne Kauffrau, werde Marketingleiterin», «Lerne Elektrikerin, werde Elektroingenieurin». Wir gehen mit Margrit Stamm einig, die in ihrem Blog weiter sagt: «Firmen sollten sich um gehaltvolle Schnupperlehren bemühen, sie ist wichtiger als jede in Aussicht gestellte Prämie.» Darüber hinaus gibt es weitere Wege, die Jugendlichen für den Lehrberuf zu begeistern. Und das nicht nur für einen kurzen Moment.

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