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«Man muss sehr gut planen und organisieren.»

Nico Mutter hat den Leistungssport und die Berufslehre unter einen Hut gebracht. Wie er das geschafft hat, erzählt er im Interview.

Autor: Nathalie Schoch

Nico Mutter ist Spitzensportler und spielt Unihockey in der NLA. Trotz seines intensiven Trainings hat er gerade eine 4-jährige Berufslehre als Elektroplaner EFZ abgeschlossen. Sein Tipp an Jugendliche, die vor der Berufswahl stehen und ihren Sport weiterhin profimässig ausüben wollen: Gut planen und sich bewusst sein, dass es eine sehr intensive Zeit wird.

Wie hat dir die Lehrzeit gefallen?
Sehr gut, es waren vier spannende, abwechslungsreiche Jahre. Ich habe viel gelernt und bin vom Lehrbetrieb gut begleitet worden.

Wenn du nochmals eine Entscheidung treffen müsstest, würdest du wieder den Beruf Elektroplaner auswählen?
Ja, absolut. Ich wusste von Anfang an, dass ich etwas in der Gebäudetechnik machen will. Anfangs dachte ich da an Heizungs- oder Sanitärplaner, doch dann bin ich auf den Elektroplaner gestossen. Das hat mich sofort angesprochen. Zudem suchte die IBG B. Graf AG Engineering in St.Gallen einen Lernenden, ich bewarb mich für die Schnupperlehre, anschliessend für die Lehrstelle und bekam diese auch.

Den Leistungssport hast du trotzdem weiterhin betrieben. Wie viel Zeit nimmt er in Anspruch?
Während den Meisterschaften trainiere ich 3-mal pro Woche, plus 1 bis 2 Spiele am Wochenende. Im Sommer sind es 5 Trainings die Woche, verteilt auf die Abende und Wochenenden.

Das ist extrem viel. Wie liess sich das mit der Lehre vereinbaren?
Man muss sehr gut planen und hat lange Tage. Für mich war das aber nicht nur streng, im Gegenteil, der Sport half mir, den Kopf zu lüften nach einem anspruchsvollen Arbeitstag. Ich fühlte mich nie überfordert, weil ich Spass an der Sache hatte, also sowohl an der Lehre als auch am Sport. Das ist extrem wichtig, sonst wird es einem schnell zuviel.

Inwieweit hat dich der Lehrbetrieb unterstützt?
Die IBG B. Graf AG hat mich vom ersten Tag an unterstützt und mir stets ermöglicht, dass ich den Leistungssport weiterhin betreiben kann. Wir hatten keine fixen Vereinbarungen, fehlte ich mal aufgrund eines Trainings, konnte ich die Zeit einfach vor- oder nacharbeiten respektive Ferien beziehen. Mein Lehrbetrieb hat grosses Verständnis gezeigt, das machte die ganze Sache einfacher. Dafür danke ich meinem Lehrbetrieb sehr.

Was rätst du einem Jugendlichen, der Leistungssport betreibt und vor der Berufswahl steht?
Man muss sich bewusst sein, dass eine sehr intensive Zeit auf einen zukommt. Man muss alles gut planen und organisieren. Und man sollte unbedingt von Anfang an mit dem Lehrmeister offen darüber sprechen und einen gemeinsamen Weg vereinbaren.

Wie sieht deine Zukunft aus?
Mein Ziel ist klar: Ich will Unihockey möglichst professionell ausüben. Zudem habe ich eine Stelle bei einer Gebäudetechnik-Firma in Solothurn gefunden. Ich ziehe also nach Solothurn und wechsle zum 11-fachen Schweizer Meister SV Wiler-Ersigen. Hier will ich mich beweisen und zu einer wichtigen Teamstütze heranwachsen.

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