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«Ein echt spannendes Projekt für die Lernenden!»

Das Projekt der Otto Keller AG in Arbon zeigt: Von den Lernenden kann man viel lernen. Und ihre Motivation für ihre Ausbildung ist mustergültig. In wenigen Wochen haben die jungen Klimamacher einen Velo- und Rollerunterstand gebaut. Mit Sitzplatz und Grillstelle. Alles eigenständig und hauptverantwortlich.

Robin kommt jeden Tag mit dem Mofa zur Arbeit. Einen geeigneten Platz für sein Fahrzeug gibt es allerdings nicht. Er stellt es dort ab, wo es gerade Platz hat. Nach verregneten Arbeitstagen sitzt er dann öfters auf einen durchnässten Sattel auf dem Weg nach Hause. Irgendwann landet sein Wunsch mit dem Unterstand im Ideen-Briefkasten seines Lehrbetriebs, der Otto Keller AG. Einige Zeit später trommeln die beiden Geschäftsleiter Peter Stark und Dennis Reichardt alle 18 Lernenden zusammen. Ihre Botschaft lautet: Einen Velounterstand kann es gerne geben, finanziert wird er auch, aber gebaut wird er eigenständig durch die Lernenden. Und zwar von der Baueingabe über die Planung und Umsetzung bis zur Einweihung, inklusive Kostenverantwortung. Eine Auflage war, möglichst viele Produkte aus dem eigenen Gewerbe zu verwenden. Das war im September 2017. Acht Monate später steht der Unterstand mit Sitzplatz und Grillstelle, am 8. Juni war die Einweihungsparty.

So einfach das jetzt klingen mag, war es natürlich nicht, wie mir der 3.-Jahr-Lernende und Projektleiter Yves Brunnenmeister erzählt. «Als erstes mussten wir natürlich die Baueingabe machen», berichtet Yves. Weiter wurden die Rollen verteilt: Es gab einen Planungschef, Montageleiter, Finanzverantwortlichen, Teamleiter etc. Die grösste Herausforderung sei vor allem gewesen, unter einem Rekordtempo so ein Projekt auf die Beine zu stellen. «Aber als wir die sichtbaren Fortschritte erlebten, war das für uns alle ein tolles Gefühl», so Yves. Da gab es aber auch die schlaflosen Nächte, wie er gesteht. Wegen des zeitlichen Drucks, der Vorgabe, keine Fertigelemente zu gebrauchen und dass am Ende alles millimetergenau zusammenpasst. Es war eine immense Arbeit und die Lernenden haben so manches Material verarbeitet: 10 Kubik Beton, 2.5 Tonnen Stahl, 27 Kubik Kies, 18 Tonnen an Gartenplatten und die 10 Kubik Humus wurden von Hand verteilt. «Wir haben mit wenig Hilfsmittel Grosses vollbracht», sagt Yves stolz. Unterstützt wurden sie zudem von drei Lernenden der Firma Stutz.

Der Plan ist aufgegangen und am 8. Juni 2018 konnte wie geplant die Einweihung des Velo- und Rollerunterstandes mit Sitzplatz gefeiert werden. Sogar die Tische und Bänke wurden eigenhändig angefertigt. Rückblickend sieht es der Projektleiter der Lernenden-Truppe als enorme Bereicherung: «Wir haben gelernt, Ruhe zu bewahren, die nächsten Schritte genau zu überlegen und Toleranz füreinander zu entwickeln. Es hat uns als Team zusammengeschweisst.» Man habe dadurch auch andere Berufe kennengelernt und die Erkenntnis gewonnen, dass Theorie und Praxis nicht immer übereinstimme. Auf die Frage, was die Lernenden bei einem nächsten Projekt anders machen würden, kam rasch eine Antwort: Mehr Pufferzeit für einzelne Arbeiten einzuplanen und untereinander sorgfältiger zu kommunizieren. Trotz des ganzen Stresses würden es alle wieder machen. «Es war grossartig, dass uns die Chefs voll vertrauten. Dadurch haben wir extrem viel gelernt und einen echten Berufsstolz entwickelt. Und auch wenn es viel Nerven gekostet hat: das war einfach eine coole Sache!»
Nebst diesem Projekt waren einige Lernende auch mit der Lehrabschlussprüfung beschäftigt und sie haben alle erfolgreich bestanden. An dieser Stelle, herzlichen Glückwunsch.

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